Kinderalltag in Kenia

Hier erzählen Kinder aus Kenia ihre Geschichte:

Wie Korruption den Alltag prägt

„In Kenia kann man nicht allen Menschen trauen, vor Allem nicht unseren Politikern. Sie sind korrupt. Jeden Tag, wenn ich zur Schule gehe, muss ich über schlechte Straßen gehen, sodass ich meistens zu spät komme. Obwohl die Regierung Steuern kassiert, werden sie nicht für die Allgemeinheit eingesetzt. Die Offiziellen denken nur an sich selbst. Wenn die schlechten Straßen mal notdürftig repariert werden, kommen die Schlaglöcher schon bald wieder und das führt zu noch mehr Unfällen, bei denen viele Eltern getötet werden. Wenn ich am Abend heimkomme und den Fernseher anmachen will, ist oft kein Strom da. Die Regierung leiht sich zwar Geld von der Welt Bank, um die Versorgung zu verbessern, steckt sich aber das meiste davon selber in die Tasche. Also sind viele Fabriken geschlossen und die Leute werden kriminell, um ihr tägliches Brot zu bekommen. Selbst manche Schulen sind korrupt. Letztes Jahr beim Abschlussexamen war die Bidii Primary School Nummer fünf unter 185 in Nairobi. Insgesamt sechs Schüler waren unter den Top 100. An unserer Schule hatten die guten Schüler keine Chance auf einen Abschluß, weil ihre Eltern kein Schmiergeld hatten. Dieses Verhalten demotiviert uns, hart zu arbeiten. Es macht nämlich gar keinen Sinn gute Noten zu bekommen, wenn man einfach nur jemanden bestechen muss.“

Alyaward Almasi, 13 Jahre, Nairobi.

„Wenn ich Präsident wäre, würde ich die Leute dazu zwingen, HIV-Infizierte nicht zu diskriminieren. Wir sollten AIDS-Opfer wie menschliche Wesen behandeln und nicht als Bedrohung sehen.“

Cleopas Olando, 15 Jahre, Mombasa.

„Viele Eltern wollen lieber Jungs, weil sie sagen, dass Mädchen schneller schwanger und alleinerziehende Mütter werden. Sie sagen, Mädchen bringen Schande über die Familie, Jungs nicht.“

Caroline Wanja, 14. Jahre, Kangeni.

Alle Geschichten und Fotos sind aus dem Buch „Africa´s Children, Africa´s Treasure“, herausgegeben von Thomas S. Gale. Es vereint Aufsätze von Kindern und Jugendlichen über ihr Leben in Kenia. Alle Rechte liegen bei Thomas S. Gale.

Aus dem Englischen übersetzt von Arno Köster.
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